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Todesmutig. Mut gehört zu einer der sieben christlichen Tugenden neben Glaube, Liebe, Hoffnung, Weisheit, Gerechtigkeit und Mäßigung. Doch wer hat den Mut, dem Tod täglich ins Angesicht zu schauen? Ärzte, Hospizmitarbeiter, Seelsorger, Pathologen oder auch Bestatter sind so todesmutig. Der Tod gehört zum Leben und doch auch wieder nicht. Wir haben den Umgang mit Verstorbenen in unserer Gesellschaft weitgehend an Spezialisten des Todes delegiert. Wer weiß heute eigentlich noch, wie man mit einem Toten umgeht? Augen schließen, waschen, kämmen, ein letztes Mal pflegen, einkleiden, aufbahren oder Hände falten alles Tätigkeiten, die früher selbstverständlich von den Angehörigen der Verstorbenen ausgeführt wurden. ![]() Tote zu bestatten gehört im Christentum zu den sieben Werken der Barmherzigkeit ebenso wie Hungernde zu speisen, Fremde zu beherbergen, Kranke zu pflegen, Gefangene zu besuchen, Nackte zu kleiden oder Armen zu helfen. Der Wert der Barmherzigkeit liegt darin, Notleidenden zu helfen, ohne dabei an den Lohn zu denken. Doch dieses Werk der Barmherzigkeit wurde in der Geschichte der Menschheit zunehmend vernachlässigt und an verschiedene Berufsgruppen abgegeben. Das Buch von Jeanne E. Rehnig „Todesmutig. Das siebte Werk der Barmherzigkeit“ zeigt, wie viele Menschen an einer Bestattung beteiligt waren und zeichnet den Prozess der zunehmenden Professionalisierung vom Mittelalter bis heute nach. Dabei geht es um Nachbarn Beginen & Begarden Seelnonnen & Bruderschaften Zünfte & Gilden Nonnen & Mönche Leichenbitter & Todansager Totenfrauen & Guttod-Beterinnen Klageweiber & Totenwächter Fuhrunternehmer & Schreiner Schneider & Juweliere Totenbeschauer & Totengräber Pfarrer & Seelsorger Floristen & Steinmetzen Fotografen & Friedhofsgärtner Sargträger & Fackelträger Grabredner & Maskenbildner Keramiker & Kremationstechniker Komponisten & Musiker Leichenbeschauer & Thanatopraktiker oder auch Zeremonienmeister & Bestatter Während Totengräber lange Zeit zu den so genannt „unehrlichen“ Berufen gehörten, hat sich das Image der Bestattungsbranche durch die Professionalisierung im 20. Jahrhundert nachhaltig verändert. So zählen zu den Todesmutigen heutzutage fast nur noch die Spezialisten. ![]() Dr. Kerstin Gernig ![]() Jeanne E. Rehnig: Todesmutig Das siebte Werk der Barmherzigkeit 2. Auflage. 208 Seiten, 102 farbige Abbildungen. Hardcover Düsseldorf 2007 Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes ISBN: 978-3-936057-16-4
Das Buch kann über den Fachverlag FVB bestellt werden: Telefon: ++49 (0) 211 160 08 15 fachverlag@bestatter.de Die Erstellung des Buches wurde gefördert durch: Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V. Stiftung Humatia für Sepulkralkultur ![]() |
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